Aus Dogens Shobogenzo

Buddhas Lehrreden sind für mich der literarische Grundstein des Buddhismus. Allerdings konnte ich dem edlen 8-fachen Pfad nicht klar entnehmen, wie ich die buddhistischen Prinzipien umsetzen sollte. Bis ich dann auf die Zen-Praxis gestoßen bin und darüber den Zugang zur Verbindung von Theorie und Praxis gefunden habe.

Zen-Meditation ist also für mich der praktische Grundstein des Buddhismus. Die Zen-Linie, mit der ich in Kontakt gekommen bin, kommt aus Japan, dem Land, in dem Zenmeister Dogen die Zen-Praxis im 13. Jahrhundert aus China eingeführt hat. Da ich diese Praxis so hilfreich finde, wollte ich mich mit Grundlagentexten des Zen befassen und habe aus einem Teil des Hauptwerks von Dogen, dem Shobogenzo (Die Schatzkammer des wahren Dharma-Auges) folgende Kernaussagen herausgearbeitet und mit den entsprechenden Textstellen als link unterlegt:

Der Maßstab der Praxis ist der Samadhi

Für jeden ist es die gleiche Praxis und Erfahrung

Der Wille zur Wahrheit ist maßgeblich

Das Erwachen verändert den Menschen nicht

Dogens Shobogenzo ist nicht dafür bekannt leichte Kost zu sein. Das Kapitel Genjo koan (Das verwirklichte Universum) fand ich am zugänglichsten, wahrscheinlich, weil es an einen Laien-Schüler von ihm gerichtet war und die Formulierungen dementsprechend allgemeiner und verständlicher gehalten wurden. Es enthält auch beliebte Zitate von Dogen, die ebenfalls mein Interesse für sein Werk geweckt haben.

Beim Lesen seiner Schriften sind mir zwei Sätze nachgegangen, die es für mich auf den Punkt bringen:

„Wenn wir eine Seite erfahren, bleibt die andere im Dunkeln.“

„…, wenn (die Erfahrung) da ist, erlaubt sie keinen Moment der Nachlässigkeit.“

(ein Beitrag von Harald K.)