unter dem Schutz
der alten Haut
juckt und pocht es

wirf sie ab
damit die neue Haut
atmen kann 

(ein Beitrag von Dagmar F.)

stilles Leuchten
in deinen Augen –
was leuchtet, wer sieht?

(ein Beitrag von Dagmar F.)

Lehrmeister Kind

Kinder sind noch sehr mit dem Ursprung verbunden und verhalten sich dementsprechend (s. Beitrag Zenmeister Kind). Aber auch ihre Sorgen und Nöte rühren aus dieser Verbundenheit, denn nichts ist für sie bedeutsamer als die Beziehung zu ihrem engsten Umfeld.
Kinder erfahren unachtsamen Streit oder schlimmer noch, einen Rosenkrieg der Eltern nicht nur als eine Bedrohung ihrer Daseinsgrundlage, sondern intuitiv auch als Unrecht an der Ursprünglichkeit alles Seins. In dieser ist die unbedingte Liebe bzw. Akzeptanz des Gegenübers ein natürliches Gesetz. Daher lieben die Kinder ihre Eltern bedingungslos und so sollten auch die Eltern ihre Kinder und sich als Elternpaar unbedingt lieben oder zumindest akzeptieren. Wenn also Eltern es zulassen, dass ihre Streitigkeiten insgesamt schwerer wiegen dürfen als ihr gegenseitiges Annehmen, so tun sie ihrem eigenen Ursprung Unrecht.
Daher ist Familienleben ein so spannendes, vielfältiges und geradezu ideales Übungsfeld für die spirituelle Praxis und lohnend für alle Beteiligten, wenn man sich Zeit und Mühe schenkt.
Kinder merken sehr genau, wann ein Erwachsener die Contenance verliert und reagieren darauf, je nach Alter, mit Verängstigung, Rückzug, Gegenübertragung oder Verachtung. Auch wenn man in einem Streit Recht haben mag, so gibt das einem nicht die Legitimation, aggressiv oder beleidigend zu werden. Damit wird man einfach nicht unserer Wesensnatur gerecht, in der jeder sein darf, ob er nun Recht hat oder nicht. Das spiegeln uns die Kinder intuitiv wider.
Kinder mögen geduldig, sanft und klar begleitet werden. Die pädagogische Haltung ist dementsprechend eine abwartende und wertschätzende, die das Kind ermuntert, einfach es selbst sein zu dürfen und darin annimmt. Als Erwachsener übernimmt man dabei die Verantwortung für die eigenen Emotionen und projiziert den Grund für deren Entstehung nicht auf andere. Das ist sehr wichtig! Desweiteren sorgt man als Erwachsener für geordnete Verhältnisse, in denen das Kind sich sicher fühlen darf.
Kinder verlangen einem Erwachsenen also viel ab, bieten aber dafür eine sinnvolle und natürliche Gelegenheit, an sich zu arbeiten, sich weiter zu entwickeln und unpassende Muster aus der eigenen Vergangenheit zu hinterfragen und abzulegen.

Jesper Juul schreibt:

Für Eltern sind Kinder die mit Abstand besten Lehrmeister, die es gibt.“

In kaum einer der vielen Rollen, die wir im Leben ausfüllen, sind wir so empfindlich und verletzbar wie in der Elternrolle.“

(ein Beitrag von Harald K.)

„Zu welchem Ufer willst du gelangen, mein Herz,
es gibt keinen Weg und niemand, der dir vorangeht.
Bedenke es wohl, mein Herz,
gehe nicht anders wohin“
(Kabir)

(ein Beitrag von Dagmar F.)

Aus Dogens Shobogenzo

Buddhas Lehrreden sind für mich der literarische Grundstein des Buddhismus. Allerdings konnte ich dem edlen 8-fachen Pfad nicht klar entnehmen, wie ich die buddhistischen Prinzipien umsetzen sollte. Bis ich dann auf die Zen-Praxis gestoßen bin und darüber den Zugang zur Verbindung von Theorie und Praxis gefunden habe.

Zen-Meditation ist also für mich der praktische Grundstein des Buddhismus. Die Zen-Linie, mit der ich in Kontakt gekommen bin, kommt aus Japan, dem Land, in dem Zenmeister Dogen die Zen-Praxis im 13. Jahrhundert aus China eingeführt hat. Da ich diese Praxis so hilfreich finde, wollte ich mich mit Grundlagentexten des Zen befassen und habe aus einem Teil des Hauptwerks von Dogen, dem Shobogenzo (Die Schatzkammer des wahren Dharma-Auges) folgende Kernaussagen herausgearbeitet und mit den entsprechenden Textstellen als link unterlegt:

Der Maßstab der Praxis ist der Samadhi

Für jeden ist es die gleiche Praxis und Erfahrung

Der Wille zur Wahrheit ist maßgeblich

Das Erwachen verändert den Menschen nicht

Dogens Shobogenzo ist nicht dafür bekannt leichte Kost zu sein. Das Kapitel Genjo koan (Das verwirklichte Universum) fand ich am zugänglichsten, wahrscheinlich, weil es an einen Laien-Schüler von ihm gerichtet war und die Formulierungen dementsprechend allgemeiner und verständlicher gehalten wurden. Es enthält auch beliebte Zitate von Dogen, die ebenfalls mein Interesse für sein Werk geweckt haben.

Beim Lesen seiner Schriften sind mir zwei Sätze nachgegangen, die es für mich auf den Punkt bringen:

„Wenn wir eine Seite erfahren, bleibt die andere im Dunkeln.“

„…, wenn (die Erfahrung) da ist, erlaubt sie keinen Moment der Nachlässigkeit.“

(ein Beitrag von Harald K.)

Sesshin-Rezepte:

Misosuppe mit Reis:
(für 10 Personen, bitte auf die gewünschte Menge selbst reduzieren)
500g Basmatireis, evtl. etwas Naturreis, 50 g getr. Mungobohnen, 4 TL dunkles Sesamöl 1 rote Chilischote, 400g Tofu, 3 Mini-Gurken 3 Frühlingszwiebeln, 300g Baby-Spinat, 3 Möhren 3 l Gemüsebrühe, 8 EL Miso-Paste (hell) 3 EL Sesamsamen, Koriandergrün, Wakamealgen

Reis und Mungobohnen waschen, kochen und am Ende mit Sesamöl vermischen. Brühe aufsetzen und zum kochen bringen. Miso-Paste mit etwas Wasser glatt rühren und 5 Min. mit der Brühe mitkochen. Chili waschen, in feine Ringe schneiden. Tofu in Streifen schneiden, Gurken in 3-5 cm lange Streifen schneiden, Frühlingszwiebeln und Möhren in feine Scheiben schneiden, Spinat waschen. Gemüse, Tofu, kl. handvoll Wakamealgen und Chili reingeben und nur noch kurz kochen. Mit Sojasauce abschmecken. Sesam in trockener Pfanne rösten und darüberstreuen. Koriandergrün zupfen und extra servieren. Mit Reis servieren.

Sauerkrautsalat mit Apfel:
500g Sauerkraut, 1 Apfel, 1 kl. Zwiebel, 1 Stück Ingwer, 1 Möhre, kl. Bund Petersilie, 2 EL Sonnenblumenöl, Zucker, etwas Kümmel oder Fenchelsamen

Die Möhre, Ingwer und den Apfel schälen, klein raspeln und zusammen mit dem Sauerkraut in eine Schüssel geben. Die Zwiebeln in feine Würfel schneiden, die Petersilie hacken und zum Sauerkraut geben. Mit 2 EL Öl vermischen. Zum Schluss den Salat mit dem Zucker abschmecken.
Meist ca. 2-3 EL, es kommt immer auf die Säure des Sauerkrautes an!
Den Salat ca. 1 Stunde durchziehen lassen und danach noch mal abschmecken.

Möhrenhummus:
600 g Möhren, Salz, 200 g Kichererbsen, 2 Knoblauchzehen, 4 EL Olivenöl, 4 EL Zitronensaft, 4 EL Tahin, 1 TL Kreuzkümmel (gemahlen), 2 TL rosenscharfes Paprikapulver

Möhren würfeln und in Salzwasser bedeckt 7 Min. köcheln. Kichererbsen abbrausen. Knoblauch grob hacken. Möhren abgießen und in hohem Rührgefäß mit Kichererbsen, Knoblauch, Öl und Zitronensaft pürieren. Mit Tahin verrühren und mit Salz und Kreuzkümmel abschmecken. Mit Paprikapulver bestreuen und servieren.


Sei Du, wie Du Du sein kannst
sei Du, wie Du Du bist
Schau das Innere der Dinge
Entstehen und Vergehen
nimm Dein Jetzt
von Herz zu Herz
gestalte die Welt

(ein Beitrag von Dagmar F.)

„Wenn der Mensch einmal beginnt, Meditationen zu machen, so vollzieht er damit die einzige wirklich völlig freie Handlung in diesem menschlichen Leben“

„Der Verkehr des Menschen mit der geistigen Welt ist im Grunde etwas ganz Allgemein-Menschliches. Aber die Fähigkeit, mit rasch wirkender Bewusstseinskraft diesen Verkehr erkennend zu verfolgen, muss mühsam erworben werden“

– Rudolf Steiner –

(ein Beitrag von Harald K.)