Sei Du, wie Du Du sein kannst
sei Du, wie Du Du bist
Schau das Innere der Dinge
Entstehen und Vergehen
nimm Dein Jetzt
von Herz zu Herz
gestalte die Welt

(ein Beitrag von Dagmar F.)

„Wenn der Mensch einmal beginnt, Meditationen zu machen, so vollzieht er damit die einzige wirklich völlig freie Handlung in diesem menschlichen Leben“

„Der Verkehr des Menschen mit der geistigen Welt ist im Grunde etwas ganz Allgemein-Menschliches. Aber die Fähigkeit, mit rasch wirkender Bewusstseinskraft diesen Verkehr erkennend zu verfolgen, muss mühsam erworben werden“

– Rudolf Steiner –

(ein Beitrag von Harald K.)

Weg und Ziel

Sich in Gleichmut, Achtsamkeit und Mitgefühl zu üben sind alles Wege zum Einen.
Gleichmütig, achtsam und mitfühlend sein sind alles Ausdrucksarten des Einen im zu ihm erwachten Menschen.
Der Übungsweg ähnelt also dem Ziel und nähert sich ihm an, bis sie ineinander fallen.

(ein Beitrag von Harald K.)

Mind 2.0

Mit Newton deckt sich eine Weltanschauung von getrennten Dingen und Phänomenen, die sich gemäß festen Naturgesetzen verhalten. Das Prinzip von Ursache und Wirkung in einem dreidimensionalen Raum mit konstantem Zeitfluss herrscht vor und bedingt unsere Psychologie von getrennten Existenzen, Altern und Sterben.
Mit Einsteins Relativitätstheorie und den Erkenntnissen aus der Quantenphysik deckt sich eine solche Weltanschauung allerdings nicht. Vielmehr besteht diese nun aus der gegenseitigen Bedingung alles Seinenden. Nichts existiert für sich allein sondern jedes Einzelne nur, weil es das Andere gibt. So bedingen sich auch Bewusstsein und seine Inhalte, Subjekt und Objekt.
Eine neues, zeitgemäßes, relativistisches Mind 2.0 wäre also ein Selbstverständnis, in dem ich weiß und fühle, dass ich nur bin, weil es das Andere gibt.
Doch wem gehört das Bewusstsein? Ist es Deins? Unser aller? Woher kommt es?
Der Grad der Bewusstwerdung ist Evolution und schließt am Ende den Kreis, in dem Bewusstsein seinen eigenen Ursprung zum Inhalt hat.

(ein Beitrag von Harald K.)

in jedem Augenblick
den du bewusst lebst
erkennt sich das Leben in dir

(ein Beitrag von Dagmar F.)

Die Zeit drängt

Und wieder steht die Welt vor einem Scheideweg und wir mit ihr, uns zu entscheiden. Die Parallelen zu den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts sind nicht zu übersehen. Eine sich rücksichtslos bereichernde Oberschicht, eine schwindende Mittelschicht und eine frustrierte Unterschicht, deren Unmut auf einen falschen Sündenbock gelenkt wird und in einen politischen Rechtsruck und Radikalisierung mündet.
Die sich verschärfenden politischen und sozialen Umstände erzeugen einen Druck, sich entweder von der verrückt spielenden Welt abzuwenden und dem Frieden zuzuwenden oder sich völlig in ihr zu verlieren und der Angst, der Gier und dem Hass zum Opfer zu fallen.
Wir haben die Wahl, einer Welt anzugehören, in der die einen meinen zu besitzen und nach mehr gieren und die anderen sich in Armut wähnen oder wir geben das Konzept von arm und reich auf und nehmen nur so viel, wie es zum Leben braucht.
Wir haben die Wahl, in einer Welt zu leben, in der Angst und Hass kultiviert werden, um die Macht der einen und die Ohnmacht der anderen zu erhalten oder wir lernen in Gleichmut zu leben, ohne Täter zu sein, ohne Opfer zu sein.
Wir haben die Wahl, in einer Welt ohne Zauber zu funktionieren, verdinglicht, instrumentalisiert und käuflich oder das Mysterium der Existenz zu ergründen und zur Blüte zu bringen.
Wir haben also die Wahl, einer Welt zu gehorchen, die geprägt ist von zunehmender Polarisierung und Zerrissenheit oder wir suchen und schauen die Einheit der Schöpfung.
Diese Wahl braucht wahrlich Mut, wenn die Wogen hoch schlagen, doch unsere Übung ist der Anker. Also, lasst uns mutig sein und üben : )

(ein Beitrag von Harald K.)

Was ist der Weg?
nicht nachlassen
ohne Vorbehalte da sein
in jedem Augenblick verbunden sein

(ein Beitrag von Dagmar F.)

Einzigartigkeit der Schöpfung und des Menschen

Seit der homo sapiens existiert, hat er sich durch Anpassung an eine sich verändernde Umwelt und durch evolutive Mutationssprünge ständig weiter entwickelt. Die Reproduktion der Gene durch Vererbung ist nie ein Kopieren des Gleichen gewesen, sondern ein Schöpfungsspiel mit Billionen von Möglichkeiten. Evolutive Fortschritte ereigneten sich oft durch Zufälle und durch ein Überspringen der Vererbungsmatrix. Das schöpferische Prinzip, das allem Lebendigen inne wohnt, lässt sich nicht begrenzen und nicht berechnen. Es lässt unzählige einzigartige Formen des Lebens entstehen, die im Reagenzglas nicht kopierbar sind. Unabhängig vom ethischen Standpunkt ist eine Steuerung der Reproduktion von menschlichem Erbgut eine Sackgasse der Evolution.

Das, was einen Menschen ausmacht, sind nicht seine Gene.
Der Physiker Hans Peter Dürr bezeichnet die Materie als „geronnenen Geist“. Das schöpferische Prinzip des Lebendigen ist eng verwandt mit dem Wirken des Geistes, der sich in allem, was existiert, manifestiert.
Im Zen sprechen wir von der Leere als erfahrbare geistige Wirklichkeit, die den gegenwärtigen Augenblick neu und unverwechselbar entstehen lässt. Nur weil die geistige Wirklichkeit keine materielle Substanz hat, kann sie sich in allen materiellen Formen manifestieren.

Wenn der Mensch die Grenzen des Machbaren nicht akzeptiert und seinen geistigen Ursprung verleugnet, richtet er sich gegen die Gesetzmäßigkeit des Lebendigen. Wir sind dabei, das Ökosystem der Erde zu zerstören; wenn wir das Staunen und die Ehrfurcht vor der Einzigartigkeit des Lebens und des Menschen verlieren und ihm sein Seelengeheimnis nehmen, reduzieren wir den Menschen auf das eingeschränkte Maß des Berechenbaren.

Welches Menschenbild und welche Hybris liegen dem Ansinnen zugrunde, ausschließlich dem Diktat des technologisch Machbarem zu folgen und die seelisch – geistige Dimension mit ihrem unermesslichen Potential außer acht zu lassen?

„Der Geist weht, wo er will“. Möge der Mensch sich seines geistigen Ursprungs bewusst werden und dies als größten Schatz begreifen.
Die Evolution in ihrem geistigen Schöpfungsprinzip zu erkennen und die Verbundenheit mit allem Lebendigen, das nichts ausschließt und aus dem nichts „Unwertes“ herausfällt, zu erfahren und danach zu handeln, ist der nächste anstehende Entwicklungssprung des Menschen.

20.06.2018
Dagmar Fleischmann
Zenlehrerin Leere Wolke