Aus Dogens Shobogenzo

Buddhas Lehrreden sind für mich der Grundstein des Buddhismus. Allerdings konnte ich dem edlen 8-fachen Pfad nicht klar entnehmen, wie ich die buddhistischen Prinzipien umsetzen sollte. Bis ich dann auf die Zen-Praxis gestoßen bin und darüber den Zugang zur Verbindung von Theorie und Praxis gefunden habe.

Die Zen-Linie, mit der ich in Kontakt gekommen bin, kommt aus Japan, dem Land, in dem Zenmeister Dogen die Zen-Praxis im 13. Jahrhundert aus China eingeführt hat. Da ich diese Praxis so hilfreich finde, wollte ich mich mit Grundlagentexten des Zen befassen und habe aus einem Teil des Hauptwerks von Dogen, dem Shobogenzo (Die Schatzkammer des wahren Dharma-Auges) folgende Kernaussagen herausgearbeitet und mit den entsprechenden Textstellen als link unterlegt:

Der Maßstab der Praxis ist der Samadhi

Für jeden ist es die gleiche Praxis und Erfahrung

Der Wille zur Wahrheit ist maßgeblich

Das Erwachen verändert den Menschen nicht

Dogens Shobogenzo ist nicht dafür bekannt, leichte Kost zu sein. Das Kapitel Genjo koan (Das verwirklichte Universum) fand ich am zugänglichsten, wahrscheinlich, weil es an einen Laien-Schüler von ihm gerichtet war und die Formulierungen dementsprechend allgemeiner und verständlicher gehalten wurden. Es enthält auch diejenigen Textpassagen, die viel zitiert werden und auch mein Interesse für sein Werk geweckt haben.

Beim Lesen seiner Schriften hat mich nur der Ton, den Dogen öfters gegenüber anders eingestellten anschlägt, etwas gestört, da er mitunter wenig wertschätzend ist. Dagegen sind die Lehrreden Buddhas einfach durchgängig friedlich.

(ein Beitrag von Harald K.)

Sesshin-Rezepte:

Misosuppe mit Reis:
(für 10 Personen, bitte auf die gewünschte Menge selbst reduzieren)
500g Basmatireis, evtl. etwas Naturreis, 50 g getr. Mungobohnen, 4 TL dunkles Sesamöl 1 rote Chilischote, 400g Tofu, 3 Mini-Gurken 3 Frühlingszwiebeln, 300g Baby-Spinat, 3 Möhren 3 l Gemüsebrühe, 8 EL Miso-Paste (hell) 3 EL Sesamsamen, Koriandergrün, Wakamealgen

Reis und Mungobohnen waschen, kochen und am Ende mit Sesamöl vermischen. Brühe aufsetzen und zum kochen bringen. Miso-Paste mit etwas Wasser glatt rühren und 5 Min. mit der Brühe mitkochen. Chili waschen, in feine Ringe schneiden. Tofu in Streifen schneiden, Gurken in 3-5 cm lange Streifen schneiden, Frühlingszwiebeln und Möhren in feine Scheiben schneiden, Spinat waschen. Gemüse, Tofu, kl. handvoll Wakamealgen und Chili reingeben und nur noch kurz kochen. Mit Sojasauce abschmecken. Sesam in trockener Pfanne rösten und darüberstreuen. Koriandergrün zupfen und extra servieren. Mit Reis servieren.

Sauerkrautsalat mit Apfel:
500g Sauerkraut, 1 Apfel, 1 kl. Zwiebel, 1 Stück Ingwer, 1 Möhre, kl. Bund Petersilie, 2 EL Sonnenblumenöl, Zucker, etwas Kümmel oder Fenchelsamen

Die Möhre, Ingwer und den Apfel schälen, klein raspeln und zusammen mit dem Sauerkraut in eine Schüssel geben. Die Zwiebeln in feine Würfel schneiden, die Petersilie hacken und zum Sauerkraut geben. Mit 2 EL Öl vermischen. Zum Schluss den Salat mit dem Zucker abschmecken.
Meist ca. 2-3 EL, es kommt immer auf die Säure des Sauerkrautes an!
Den Salat ca. 1 Stunde durchziehen lassen und danach noch mal abschmecken.

Möhrenhummus:
600 g Möhren, Salz, 200 g Kichererbsen, 2 Knoblauchzehen, 4 EL Olivenöl, 4 EL Zitronensaft, 4 EL Tahin, 1 TL Kreuzkümmel (gemahlen), 2 TL rosenscharfes Paprikapulver

Möhren würfeln und in Salzwasser bedeckt 7 Min. köcheln. Kichererbsen abbrausen. Knoblauch grob hacken. Möhren abgießen und in hohem Rührgefäß mit Kichererbsen, Knoblauch, Öl und Zitronensaft pürieren. Mit Tahin verrühren und mit Salz und Kreuzkümmel abschmecken. Mit Paprikapulver bestreuen und servieren.


Sei Du, wie Du Du sein kannst
sei Du, wie Du Du bist
Schau das Innere der Dinge
Entstehen und Vergehen
nimm Dein Jetzt
von Herz zu Herz
gestalte die Welt

(ein Beitrag von Dagmar F.)

„Wenn der Mensch einmal beginnt, Meditationen zu machen, so vollzieht er damit die einzige wirklich völlig freie Handlung in diesem menschlichen Leben“

„Der Verkehr des Menschen mit der geistigen Welt ist im Grunde etwas ganz Allgemein-Menschliches. Aber die Fähigkeit, mit rasch wirkender Bewusstseinskraft diesen Verkehr erkennend zu verfolgen, muss mühsam erworben werden“

– Rudolf Steiner –

(ein Beitrag von Harald K.)

Weg und Ziel

Sich in Gleichmut, Achtsamkeit und Mitgefühl zu üben sind alles Wege zum Einen.
Gleichmütig, achtsam und mitfühlend sein sind alles Ausdrucksarten des Einen im zu ihm erwachten Menschen.
Der Übungsweg ähnelt also dem Ziel und nähert sich ihm an, bis sie ineinander fallen.

(ein Beitrag von Harald K.)

Mind 2.0

Mit Newton deckt sich eine Weltanschauung von getrennten Dingen und Phänomenen, die sich gemäß festen Naturgesetzen verhalten. Das Prinzip von Ursache und Wirkung in einem dreidimensionalen Raum mit konstantem Zeitfluss herrscht vor und bedingt unsere Psychologie von getrennten Existenzen, Altern und Sterben.
Mit Einsteins Relativitätstheorie und den Erkenntnissen aus der Quantenphysik deckt sich eine solche Weltanschauung allerdings nicht. Vielmehr besteht diese nun aus der gegenseitigen Bedingung alles Seinenden. Nichts existiert für sich allein sondern jedes Einzelne nur, weil es das Andere gibt. So bedingen sich auch Bewusstsein und seine Inhalte, Subjekt und Objekt.
Eine neues, zeitgemäßes, relativistisches Mind 2.0 wäre also ein Selbstverständnis, in dem ich weiß und fühle, dass ich nur bin, weil es das Andere gibt.
Doch wem gehört das Bewusstsein? Ist es Deins? Unser aller? Woher kommt es?
Der Grad der Bewusstwerdung ist Evolution und schließt am Ende den Kreis, in dem Bewusstsein seinen eigenen Ursprung zum Inhalt hat.

(ein Beitrag von Harald K.)

in jedem Augenblick
den du bewusst lebst
erkennt sich das Leben in dir

(ein Beitrag von Dagmar F.)

Die Zeit drängt

Und wieder steht die Welt vor einem Scheideweg und wir mit ihr, uns zu entscheiden. Die Parallelen zu den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts sind nicht zu übersehen. Eine sich rücksichtslos bereichernde Oberschicht, eine schwindende Mittelschicht und eine frustrierte Unterschicht, deren Unmut auf einen falschen Sündenbock gelenkt wird und in einen politischen Rechtsruck und Radikalisierung mündet.
Die sich verschärfenden politischen und sozialen Umstände erzeugen einen Druck, sich entweder von der verrückt spielenden Welt abzuwenden und dem Frieden zuzuwenden oder sich völlig in ihr zu verlieren und der Angst, der Gier und dem Hass zum Opfer zu fallen.
Wir haben die Wahl, einer Welt anzugehören, in der die einen meinen zu besitzen und nach mehr gieren und die anderen sich in Armut wähnen oder wir geben das Konzept von arm und reich auf und nehmen nur so viel, wie es zum Leben braucht.
Wir haben die Wahl, in einer Welt zu leben, in der Angst und Hass kultiviert werden, um die Macht der einen und die Ohnmacht der anderen zu erhalten oder wir lernen in Gleichmut zu leben, ohne Täter zu sein, ohne Opfer zu sein.
Wir haben die Wahl, in einer Welt ohne Zauber zu funktionieren, verdinglicht, instrumentalisiert und käuflich oder das Mysterium der Existenz zu ergründen und zur Blüte zu bringen.
Wir haben also die Wahl, einer Welt zu gehorchen, die geprägt ist von zunehmender Polarisierung und Zerrissenheit oder wir suchen und schauen die Einheit der Schöpfung.
Diese Wahl braucht wahrlich Mut, wenn die Wogen hoch schlagen, doch unsere Übung ist der Anker. Also, lasst uns mutig sein und üben : )

(ein Beitrag von Harald K.)